Entscheidung über Lehrschwimmbecken

Kann das Bad in der Pestalozzistraße bleiben?

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt Wenn am Mittwoch der Ausschuss für Schule und Sport eine Entscheidung über das Schwimmbad in der Pestalozzi-Straße fällt, wird er ganz aufmerksam zuhören: Helge Wittkowski ist Ausbilder bei der DLRG und auch Technischer Leiter des DLRG Landesverbandes Schleswig-Holstein. Gemeinsam mit den Schwimmverein Wasserratten und der Grundschule kämpft er für den Erhalt des kleinen Beckens. Das Besondere: In dem 12,5 mal 7 Meter großen Becken mit verstellbarem Boden übt immer nur eine Gruppe gleichzeitig.
Das kleine Lehrschwimmbecken in der Pestalozzistraße ist ideal für Anfänger: ruhig, nur eine Gruppe zur Zeit und kurze Wege. Foto Nowatzky
Astrid Reichert betreut gerade eine Gruppe mit neun Kindern, alle wollen das Seepferdchen machen. "Hier ist es ruhig, die Umkleiden sind übersichtlich und wir können mit mehr Kindern gleichzeitig arbeiten", erklärt sie die Vorzüge. Auch das DLRG nutzt die neue Vereinsschwimmhalle am Arriba intensiv, doch für die Anfängerausbildung ist das Becken dort aus Sicht der Experten nicht so gut geeignet wie das kleinere Bad ganz im Norden der Stadt. "Wenn fünf Gruppen gleichzeitig im Vereinsschwimmbad üben sollen, ist es laut, unübersichtlich und auch beengt in den Umkleiden", so Wittkowski. In den vergangenen zwei Jahren hat er beobachtet, dass die Ausbildung in dem größeren Becken mehr Zeit braucht, die Ablenkung der Kinder ist einfach größer. Allein die Beaufsichtigung der Nichtschwimmer gestaltet sich schwierig, im Gegensatz zur Pestalozzi-Straße. Hier wird immer eine Gruppe unterrichtet und auch die Nichtschwimmer können ohne Begleitung kurz das WC aufsuchen. Dazu gibt es je zwei Umkleiden, die abwechselnd belegt werden. Dadurch können die Gruppen nahtlos das Becken nutzen. Das Lehrschwimmbecken wird dazu am Vormittag auch von den umliegenden Grundschulen und Kindertagesstätten sowie von der VHS Norderstedt genutzt. Oliver Babatz, Vorsitzender des Elternbeirates der Grundschule Friedrichsgabe: "Wir brauchen das Bad auf jeden Fall. Die Fahrzeit zum Arriba ist für die Grundschulkinder viel zu weit. Die Eltern unterstützen daher Helge Wittkowski, der in einem vierseitigen Schreiben an die Politik dargelegt hat, warum und auch mit welchen Mitteln das Bad zu erhalten wäre. Denn das Schwimmbad kostet Geld. 126.000 Euro hat allein die Bewirtschaftung 2014 gekostet.
Helge Wittkowski, Ausbildungsleiter beim DLRG unterrichtet größere Kinder gerne in der Vereinsschwimmhalle beim Arriba. Für Anfängerschwimmen möchte er gerne die Halle an der Grundschule in der Pestalozzistraße erhalten. Foto Nowatzky
Dazu kommen insgesamt Kosten für Mängelbeseitigung und Sanierung in Höhe von etwa 700.000 Euro. Nun müssen die Ausschussmitglieder erneut entscheiden, wie es mit dem Bad weitergehen soll. DLRG-Mann Wittkowski hofft auf den Fortbestand des kleinen Bades, das sich vor allem für die Betreuung von Anfängern bewährt hat. Sein Tip zur Finanzierung: Beantragung von Landesmitteln und Nutzungsgebühren, die auf die Eltern umgelegt werden. "Mir haben Eltern schon gesagt, dass sie höhere Kursgebühren zahlen würden. Wenn dafür ihre Kinder hier das Schwimmen lernen können."
Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 22 2015