Stefanie Nowatzky

Spielend mit dabei sein

Frühförderung in Norderstedt wird 35

Von Stefanie Nowatzky - 11.09.2017

Norderstedt Ganz klein haben sie angefangen - Etwa 20 Kinder wurden in Norderstedt vor 35 Jahren von der Frühförderung betreut, vorwiegend Kinder mit Down-Syndrom oder anderen angeborenen Behinderungen.
Liane Simon (l.) und Sarah Langhein mit den für die Frühförderinnen so typischen Taschen mit Spielzeug auf dem Weg zu den Kindern. Beim Jubiläumsfest wird das Team gemeinsam einen "Taschentanz" zeigen - als Hommage an 35 Jahre Frühförderung.
Heute betreuen Prof. Dr. Liane Simon und Annette Grundwaldt mit ihrem Team aus 20 Mitarbeitern weit über 100 Kinder vom Baby bis zur Einschulung pro Jahr.

"Dabei sein dürfen wie wir ist das Wichtigste für diese Kinder", sagt Simon. Seit 35 Jahren können Eltern hier bei Sorgen über die Entwicklung ihres Kindes anrufen, sich beraten lassen und gemeinsam mit den Frühförderern einen Entwicklungsweg für ihre Kinder finden.

Vom frühkindlichen Stottern bis hin zu schweren Behinderungen finden die Eltern hier Fachleute, die auf die Entwicklung der Kleinsten spezialisiert sind. Und das kostenfrei, denn im Teilhabegesetzt ist diese Hilfe festgelegt worden. "Oft bleibt es bei einem Beratungsgespräch und wir können die Eltern beruhigen", erzählt Sarah Langhein, die ab Oktober die stellvertretende Leitung der Frühförderung übernehmen wird. "60 Prozent der Gespräche ergeben, dass keine Frühförderung nötig ist, wie zum Beispiel, wenn ein Kind in einem bestimmten Alter stottert - denn das ist ganz normal."

Aber für viele Kinder ist gerade frühe Hilfe wichtig. Je früher Entwicklungsstörungen erkannt werden, desto besser gelingt die Hilfe. "Für Eltern vergeht von der ersten Sorge bis zur Diagnose oft ein langer Zeitraum. Wenn Sie dreimal hören," Das wird schon" aber immer noch Sorgen um Ihr Kind haben - rufen Sie uns an", empfiehlt Simon. Denn Auffälligkeiten in der Bewegung oder beim Sprechen führen später oft zu Verhaltensauffälligkeiten. Deshalb fällt manchmal erst im Kindergartenalter auf, das "etwas nicht stimmt", so Simon.

Ob Frühchen, bei denen Eltern und Kindern eine normale Entwicklung mit Babygruppe und Elterngesprächen fehlt oder "unsere Rockergang" im Kindergartenalter, die durch Verhaltensauffälligkeiten nicht mehr dazugehören - Simon und ihr Team gehen vor Ort den Ursachen gemeinsam mit Eltern und Erziehern auf den Grund.

"Viele Kinder erinnern sich später gar nicht an die Frühförderung - für sie war alles Spiel. Und dann haben wir es richtig gemacht", sagt Simon und hofft, beim großen Jubiläumsfest am 21. September ab 15 Uhr in der Christuskirche und beim Spielefest ab 16 Uhr Kirchenstraße 12a viele ehemalige Eltern und Kinder zu sehen. Für sie auch ein wehmütiges Fest, denn die Professorin wird im Oktober nach 24 Jahren die Leitung abgeben.



Termin: 21. September ab 15 Uhr, Kirchenstraße. Telefon 040-8231575100

Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 37 2017

Mehr Texte finden Sie im Archiv