Stefanie Nowatzky

Frederikshof endlich auf der Zielgeraden

Erste private Genossenschaft feiert Richtfest

Von Stefanie Nowatzky - 04.06.2017

Norderstedt Endlich weht der Richtkranz am ersten privaten Genossenschaftsbau in Norderstedt - dafür sogar gleich doppelt, denn neben dem Bauherren haben auch die Zimmerer noch einen Kranz mitgebracht und so hängen zwei bunt geschmückte Kränze über dem Mittelteil der U-förmigen neuen Wohnanlage Frederikshof.
Bei strahlendem Wetter feiern die künftigen Mieter und damit Genossenschaftsmitglieder ihr Richtfest
Mit deutlicher Verspätung ist damit endlich sichtbar, was Baudezernent Thomas Bosse und Projektleiterin Dr. Jasna Baumgarten schon im Mai 2014 ankündigten: Ein Bau, in dem jung und alt in geförderten und freien Wohnungen zusammen leben. Als Mitglieder einer kleinen Genossenschaft - die Anlage zählt künftig 32 Wohnungen - sind sie auch selbstständig für ihr Wohnprojekt verantwortlich.

6,5 Millionen Euro werden insgesamt hier im Norden Norderstedts verbaut, 25 Prozent davon aus dem Eigenkapital der Genossenschaft in die jeder künftige Mieter einzahlte. Alle Wohnungen sind seit über einem Jahr vergeben, wegen der langen Wartezeit durch Verzögerungen mit dem Bebauungsplan hat sich allerdings die Gemeinschaft schon etwas verändert.
Dr. Jasna Baumgarten freut sich, jetzt in Norderstedt endlich Richtfest für das erste private Genossenschaftsprojekt zu feiern.
Die künftigen Mieter haben sich schon kennengelernt, sich bei regelmäßige Treffen über den Baufortschritt informiert und gemeinsam die ersten Feste auf der Baustelle gefeiert, wie Lilo Irmen erzählt. Ihr Mann und sie wollten neben einer kleineren, altersgerechten Wohnung mit Dachterrasse auch eines: "Selbst Mitbestimmen." Ihre Freundin Traute Münch hat sich anstecken lassen von ihrer Begeisterung und sich für eine 3-Zimmer-Wohnung entschieden. "Es ist schön, dass ich die Leute schon kenne, mit denen ich einziehe", meint sie. Denn dass sei doch sonst nie vorher der Fall.

Für Sabine Willers war die Genossenschaft ein Glücksfall. Aus ihrer derzeitigen Wohnung müssen ihr Mann, ihre 19-jährige Tochter und sie demnächst wegen Eigenbedarf ausziehen.
Mieterin und Genossenschafts-Mitglied Sabine Willers ist begeistert von der Idee, hier mit vielen Menschen gemeinsam zu wohnen.
"Und ich habe immer schon gern mit vielen Leuten gewohnt", sagt Willers. Die letzte freie Wohnung haben die Willers bekommen und das habe einfach gut gepasst.

Zurzeit ist Projektleiterin Baumgarten noch Vorsitzende der 2015 gegründeten Genossenschaft, wenn im kommenden März die Mieter einziehen, wird sich das noch ändern und die Mieter selbst noch mehr Verantwortung übernehmen.

Derzeit sind die Mieter schon im Aufsichtsrat vertreten. Nicole Berlin zieht mit Freund und Hund in die Genossenschaft ein und ist seit 2015 Vorsitzende des Aufsichtsrates. "Ich finde es spannend, wie hier alt und jung zusammenwohnen. Und als Genossenschaft müssen wir später alle an einem Strang ziehen."
Genossenschafts Aufsichtsrat Nicole Berlin (l.) und Vorstand Dr. Jasna Baumgarten stoßen auf das Richtfest ihrer Genossenschaft an.
Damit das auch gut funktioniert, wird es einen auch Gemeinschaftsraum geben. Schon beim Richtfest hat das Organisationsteam hier das Buffet aufgebaut und damit das erst von vielen Genossenschaftsfesten im Frederikshof gestartet.

Zwei weitere Genossenschaftsprojekte sind derzeit schon in Planung. Eine Reihenhausanlage soll direkt gegenüber des Frederikshofs entstehen, eine Wohnanlage mit 42 Wohnungen in der gerade eröffneten Horst-Embacher-Allee im Garstedter Dreieck. www.ting-projekte.de

Erschienen: Norderstedter Wochenblatt, Ausgabe 23 2017

Mehr Texte finden Sie im Archiv